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**Weißt du, wie das ist …**

Weißt du, wie das ist,

wenn dein Körper Schläge von klein auf kennt?


Ja, ich kenne es.

Ich kenne es zu gut.

Von der eigenen Familie geschlagen zu werden –

das war schlimm,

doch geschlagen zu werden von jemandem,

der sagte, er würde mich lieben,

das war unbeschreiblich.

Weil es etwas in mir zerbrochen hat,

das sich bis heute kaum heilen lässt:

das Vertrauen.


Alles, was meine Mutter sagte,

wurde wahr.

Sie warnte mich vor Männern:

*Männer wollen nur das Eine.

Sie lügen, betrügen,

sie tun weh, sie sind nie ehrlich.*

Ich wollte ihr nicht glauben.

Ich wollte hoffen.

Ich wollte lieben – ehrlich, ganz, richtig.


Ich heiratete meinen Mann,

den ersten Mann in meinem Leben.

Ich dachte, jetzt beginnt ein besseres Leben.

Doch zwei Wochen nach der Hochzeit

bekam ich die ersten zwei Ohrfeigen.

In diesem Moment

brach eine ganze Welt in mir zusammen.

Und mein zweites Inferno begann.


Ich habe lange gebraucht,

um mich selbst wiederzuspüren.

Manchmal weiß ich bis heute nicht,

wo Frieden anfangen soll.


Ich kenne das Gefühl,

meinen Körper zu spüren, kaum.

Ich durfte in meinem Leben nie *ich* sein.

Ich war immer das,

was andere von mir wollten.

Und jetzt… soll ich anfangen –

aber ich weiß nichts über mich.


Also taste ich mich heran,

langsam, mit jeder Berührung, jedem Atem.

Ich zünde eine Kerze an,

lasse Lavendel durch den Raum ziehen,

manchmal Rosenöl,

manchmal Weihrauch.

Der Duft erinnert mich daran,

dass es mich gibt –

dass mein Körper wieder *mir* gehören darf.


Diese kleinen Rituale

sind kein Vergessen.

Aber sie sind ein Anfang.

Ein stilles Wieder-Ankommen bei mir selbst.


Heute weiß ich:

Schuld trägt, wer verletzt –

nicht, wer überlebt.


Und so schreibe ich weiter,

aus der Dunkelheit heraus,

mit zitternder Hand,

aber mit Hoffnung –

dass jedes Wort,

jeder Atemzug,

und jeder Tropfen ätherischen Öls

mich ein Stück näher

zu mir selbst bringt. 🌿

 
 
 

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