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đŸ’« Der Beginn der Heilung

Manchmal schließe ich die Augen –

und sehe sie noch immer.

Das kleine MĂ€dchen, das da steht,

mit gesenktem Kopf,

die HĂ€nde fest aneinandergepresst,

so, als mĂŒsste sie sich selbst festhalten, um nicht zu verschwinden.


Doch diesmal lasse ich sie nicht allein.

Ich gehe langsam auf sie zu, ganz vorsichtig,

damit sie sich nicht erschreckt.

Ich knie mich zu ihr hinunter, bis wir auf Augenhöhe sind.

Sie wagt erst keinen Blick,

doch dann hebt sie den Kopf,

und in ihren Augen liegt all der Schmerz, den sie so lange getragen hat.


Ich sage zu ihr:

*Ich bin da. Du musst nicht mehr allein sein.*

Sie zittert, als könne sie das kaum glauben.

Ich spĂŒre, wie schwer es ihr fĂ€llt, Vertrauen zu fassen –

nach allem, was sie erlebt hat.


*Ich sehe dich,* sage ich leise.

*Ich sehe dich, und ich weiß, wie weh es getan hat.*

Und fĂŒr einen Moment scheint sie den Atem anzuhalten,

so, als wĂ€re das der erste Satz, der sie jemals wirklich berĂŒhrt hat.


Dann öffne ich meine Hand.

Ein einziger kleiner Tropfen Weihrauchöl ruht darin –

golden, klar, schĂŒtzend.

Ich reibe ihn zwischen meinen Fingern und streiche ihn sanft ĂŒber ihr Herz.

Der warme Duft erfĂŒllt die Luft mit einer stillen, tiefen Ruhe.

Er trĂ€gt etwas Heiliges in sich –

als wĂŒrde die Seele selbst sagen: *Jetzt darfst du heilen.*


Ich nehme sie in den Arm,

nicht mit Worten, sondern mit meiner ganzen inneren Gegenwart.

Ich halte sie einfach – so, wie sie es damals gebraucht hĂ€tte.

Ich wiege sie in meinen Gedanken,

lasse sie weinen, lasse alles heraus.


Und wÀhrend die TrÀnen kommen,

wird etwas sanfter.

Ein kleines StĂŒck Frieden schiebt sich dazwischen.

Zart, aber spĂŒrbar.


Ich sage zu ihr:

*Du musst dich nicht mehr hassen.*

*Du hast nichts falsch gemacht.*

*Du warst nur ein Kind – ein unschuldiges, tapferes Kind.*

*Jetzt bin ich hier, um dich zu schĂŒtzen.*


Sie blickt mich an –

und zum ersten Mal sehe ich in ihren Augen

nicht nur Schmerz, sondern auch ein kleines Licht.

Ein Funken Hoffnung.


Der zarte Duft des Weihrauchs bleibt zwischen uns,

wie ein Gebet, das still weiterwirkt.

Vielleicht ist genau das Heilung –

nicht laut, nicht schnell,

sondern in einem liebevollen Atemzug,

in einem winzigen Tropfen Licht. đŸ’«


 
 
 

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